Verbreitungsarten

Radio kann über verschiedene Verbreitungskanäle empfangen werden. Neben der klassischen terrestrischen Übertragung über den analogen Standard UKW, haben sich im Zuge der Digitalisierung neue Verbreitungskanäle wie die DAB-Systemfamilie (digitale Terrestrik) und das Internet (über IP-basierte Adressen) etabliert. Um eine vielfältige Radiolandschaft in Berlin-Brandenburg zu erhalten, fördert die mabb die Erforschung und Erprobung digitaler Übertragungstechnologien und -wege, im Bereich Radio genauso wie im Bereich TV.

Terrestrik (Antenne)

Als Terrestrik wird die erdgebundene Übertragung von Rundfunksignalen bezeichnet. Analoge Terrestrik ist der klassische Verbreitungsweg des Hörfunks und der bisher noch Meistgenutzte (Vgl. ma 2013 Radio II). Die Tondaten werden hierbei mit Hilfe des UKW-Standards übertragen. Der Empfang von analogem Radio ist mit Hilfe eines „klassischen“ Radios als Empfangsgerät möglich. Zur Weiterentwicklung von UKW wird seit einigen Jahren die Digitalisierung des terrestrischen Hörfunks vorangetrieben.

Seit 1995 engagieren sich verschiedene Landesmedienanstalten, zusammen mit Politik und Industrie, die Technik der DAB-Systemfamilie (DAB-Digital Audio Broadcasting) für die digitale Radioübertragung zu fördern und zu etablieren. Neben dem DAB-Standard hat sich seit August 2011 bundesweit der verbesserte DAB+-Standard verbreitet. DAB und DAB+ unterscheiden sich in ihrer Art der Audiokomprimierung der zu übermittelnden Daten. Um die digitalen Sender zu empfangen, benötigt man ein DAB-fähiges Radio. Die Vorteile von DAB und DAB+ sind zum einen die bessere Empfangs- und Klangqualität. Außerdem kann ein breiteres Programm angeboten werden, das auch begleitende und zusätzliche Datenanwendungen umfassen kann.

Aktuelle Liste des DAB+-Angebots in Berlin-Brandenburg

Satellit

Am 30. April 2012 wurde in Abstimmung mit den Landesmedienanstalten, ARD, Mediengruppe RTL Deutschland, ProSiebenSat.1 Media AG, VPRT und ZDF das analoge Satellitensignal bundesweit auf digital umgeschaltet. Der neue Standard heißt DVB-S (Digital-Video-Broadcasting-Satellite). Wer Radio über DVB-S hören möchte, benötigt eine digitaltaugliche Satellitenempfangsanlage und einen digitalen Satellitenreceiver. Über DVB-S kann eine große Anzahl an Radioprogrammen via Satellit empfangen werden. Bereits seit dem 19. August 2005 werden nahezu alle Radiosender der ARD auf einem eigenen Hörfunktransponder des Satelliten Astra 1H im DVB-S-Standard ausgestrahlt.

Kabel

Das analoge Kabel nutzt für den Radioempfang den gleichen Frequenzbereich wie UKW. So kann auch ein analoges UKW-Radioangebot im Kabel übertragen werden. Zum Empfang dieser Radiosender kann jeder handelsübliche UKW-Radioempfänger mit einem 75 Ohm-Antennenanschluss (IEC 60169-2) für externe UKW-Antenne genutzt werden. Es ist nur eine Verbindung des Antennenanschlusses am UKW-Empfänger mit der entsprechenden Anschlussbuchse an der Kabelanschlussdose mit einem Antennenkabel erforderlich. Das digitale Signal über Kabel nennt man DVB-C (Digital Video Broadcasting-Cable), das über einen DVB-C-Receiver empfangbar ist. Die unverschlüsselte und digitale Einspeisung aller Radioprogramme der ARD über DVB-C erfolgt seit 2008 bei allen größeren Kabelnetzbetreibern.

Internetradio

Internetradio, auch Web-Radio genannt, bezeichnet die Übertragung von Hörfunkprogrammen im Internet. Immer mehr Radioveranstalter senden ihr Programm nicht mehr nur über ihre UKW-Frequenz, sondern bieten es zusätzlich in Form eines Livestreams auf ihren Internetseiten an. Zudem entscheiden sich immer mehr kleine Radiogruppen ausschließlich im Internet zu senden. Daraus hat sich ein vielfältiges Angebot entwickelt, das Hörer über verschiedene stationäre oder mobile Endgeräte (Computer, Smartphone, internetfähiges Radio, Notebook, Tablet) abrufen und nutzen können.