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Mehr Kooperationen öffentlich-rechtlicher und privater Anbieter umsetzen

Berlin, 19. Oktober 2017. Die Medienanstalt Berlin-Brandenburg (mabb) hat gemeinsam mit der Senatskanzlei Berlin am 17. Oktober 2017 die Berliner Mediendiskurse gestartet. In der ersten Ausgabe der Veranstaltungsreihe diskutierten Patricia Schlesinger (Intendantin Rundfunk Berlin-Brandenburg), Dr. Thomas Bellut (Intendant ZDF), Claus Grewenig (Bereichsleiter Medienpolitik Mediengruppe RTL) und Staatssekretär Björn Böhning (Chef der Senatskanzlei Berlin) mit Moderatorin Dr. Ursula Weidenfeld (Journalistin und Mitglied des mabb-Medienrats) über die Strukturreform des öffentlichen-rechtlichen Rundfunks.

Prof. Dr. Hansjürgen Rosenbauer, Vorsitzender des Medienrats der mabb, stellte zur Eröffnung der Berliner Mediendiskurse die Frage, wohin sich der öffentlich-rechtliche Rundfunk entwickelt und wie Kooperationen zwischen privaten und öffentlich-rechtlichen Sendern konkret aussehen könnten. Aus Sicht der mabb sind Kooperationen in Zukunft essentiell: „Wir begrüßen in diesem Zusammenhang auch die Entscheidung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, für mindestens zwei weitere Jahre Teil des deutschen Radioplayers, der gemeinsamen Plattform aller Radiosender, zu bleiben“, so mabb-Direktorin Dr. Anja Zimmer.

In der Diskussion im Wappensaal des Berliner Rathauses wurden die grundlegenden Fragen der Angebote und Kosten des öffentlich-rechtlichen Rundfunks thematisiert: Auf der einen Seite steht der Wunsch nach einem stabilen Rundfunkbeitrag, während sich auf der anderen Seite die Frage nach einer zeitgemäßen Weiterentwicklung des Auftrags für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk stellt. Das betrifft insbesondere die Angebote im Internet, also die Telemedien. Auch eine mögliche Umgestaltung der linearen Angebote wurde besprochen.

Informationsvielfalt im dualen Rundfunksystem gewährleisten
Patricia Schlesinger
betonte die Bedeutung der regionalen Angebote des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Das Informationsbedürfnis der Bevölkerung sei hoch, so Schlesinger, jedoch müssen sich auch die Öffentlich-Rechtlichen stärker digital orientieren. Für Claus Grewenig liegt der Informationsauftrag nicht ausschließlich in der Verantwortung des öffentlichen-rechtlichen Rundfunks. Auch die privaten Sendeanstalten konzentrierten sich auf politische Berichterstattung, so Grewenig, und erreichten damit andere Zielgruppen als die öffentlich-rechtlichen Sender.
Dr. Thomas Bellut wies auf inhaltliche Herausforderungen hin. Ein zeitgemäßes Angebot von ARD und ZDF müsse Vielfalt gewährleisten, ein duales Rundfunksystem sei wichtig für die Meinungsvielfalt. Staatssekretär Björn Böhning sprach sich u. a. für einen verstärkten Fokus auf die Internetangebote der Öffentlich-Rechtlichen aus. Gleichzeitig müsse über Veränderungen bei den Digitalkanälen von ARD und ZDF nachgedacht werden. Eine Lösung könne ein gemeinsamer Nachrichtenkanal sein. In Zeiten von Fake News würde die Konzentration auf einen Nachrichtenkanal als zentrale Quelle verlässlicher Recherche und Information einen echten Mehrwert bieten. Grundsätzlich, so Böhning, müsse darüber nachgedacht werden, wie professioneller Journalismus im Internet finanziert werden kann. Ein Blick in andere Länder, wie beispielsweise in die Schweiz, könne da Anregungen bieten.

Berliner Mediendiskurse live bei ALEX Berlin
Die Berliner Mediendiskurse wurden live von ALEX im TV und Online-Stream übertragen. Die gesamte Diskussion ist im YouTube-Channel von ALEX verfügbar.

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