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4hoch3 – Medienkompetenz stärkt Brandenburg

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Eine Veranstaltungsreihe der Medienanstalt Berlin-Brandenburg (mabb) und des Ministeriums für Bildung, Jugend und Sport (MBJS) in Kooperation mit dem Brandenburgischen Zentrum für Medienwissenschaften (ZeM)


4hoch3 ist ein Format der mabb und des Ministeriums für Bildung, Jugend und Sport (MBJS) mit 4 Terminen zu 4 verschiedenen Themen und jeweils 3 Impulsen. Es richtet sich an Multiplikator:innen, Lehrkräfte, pädagogische Fachkräfte sowie Medien- und Kulturschaffende in Brandenburg. Diskussion und Vernetzung zu einem Oberthema sollen durch die Vorstellung jeweils eines Praxisprojekts und eines Weiterbildungsangebots befördert werden. Zudem beteiligt sich das Brandenburgische Zentrum für Medienwissenschaften (ZeM) als Kooperationspartner mit wissenschaftlichen Schlaglichtern zum jeweiligen Thema.

Themen für 2022 sind: Verschwörung | Algorithmus | Information | Nachricht

FYI: (Des)Information im Digitalen
20. September 2022 | 15.00 bis 17.00 Uhr | Medieninnovationszentrum Babelsberg (MIZ), (Stahnsdorfer Str. 107, 14482 Potsdam) sowie digital via Zoom
Moderation: Dr. Tong-Jin Smith

Die letzten zwei Jahre haben im Umgang mit einer globalen Pandemie noch einmal sehr eindrücklich vor Augen geführt, wie wichtig gesicherte und gute Informationen vor allem in unsicheren Zeiten sind und wie Desinformation gezielt eingesetzt wird, um gesellschaftliche Stimmung zu steuern. Es stellt sich zudem die Frage, welche Informationen als gesellschaftlich relevant gesehen werden, wer oder was sich in den Datenströmen und Datensätzen überhaupt wiederfindet und wie Informationen die richtigen Zielgruppen erreichen kann.

4hoch3 nimmt sich den Begriff der „Information“ als Ausgangspunkt, um gemeinsam auf Ansätze und Projekte zu schauen, die mit Wissens- und Informationsvermittlung in die digitale Medienbildung hineinwirken – und damit auch helfen, durch den Informationsdschungel zu navigieren. Im gemeinsamen Dialog wollen wir den Austausch zwischen Brandenburger Medienbildungsakteur:innen befördern und Netzwerke stärken. Dazu gibt es dieses Mal drei kurze Impulse:

Wissenschaftsinhalte auf Social Media
(Prof. Dr. Judith Ackermann, FH Potsdam)

Über Social Media können Forschende eigene wissenschaftliche Inhalte vermeintlich unmittelbar mit der Öffentlichkeit teilen. Doch während klassische Gatekeeper:innen wie Wissenschaftsjournalist:innen wegfallen, sind es Algorithmen und Gesetze der Plattformen, die an ihre Stelle rücken und entscheiden, welcher Inhalt wem zu welchem Zeitpunkt und an welcher Stelle zugespielt wird. Wissenschaftskommunikation muss sich einer digitalen Aufmerksamkeitsökonomie unterwerfen und sieht sich in Konkurrenz zu einer Vielfalt unterschiedlichster Informationen, deren Qualität für Nutzer:innen meist schwer einzuschätzen ist. Gerade für wissenschaftliche Inhalte ist Vertrauenswürdigkeit jedoch ein zentrales Gut. Der Impuls gibt Einblicke in das hieraus entstehende Spannungsfeld und liefert Hinweise, diesem kompetent zu begegnen.

Facts over Fakes - Medienkompetenz für audiovisuelle Medien stärken
(Theresa Lehmann, Amadeu-Antonio-Stiftung)

Neben Informationskompetenzen sind Wissensvermittlungskompetenzen zentral bei audiovisuellen contentbasierten Medien wie TikTok. Ein kleiner Bericht aus der Praxis der Amadeu Antonio Stiftung, wie man in der Präventionsarbeit zu Desinformation und Misinformation sowohl Creator:innen als auch passive Plattformnutzende miteinbezieht und für einen bewussten und kritischen Medienkonsum sensibilisiert.

Mit weitklick gegen Desinformation
(Caroline Boos, weitklick)

In den letzten Jahren hat sich gezeigt: Falschinformationen im Internet haben einen realen Einfluss auf das politische Geschehen und auf die demokratische Gesellschaft. Es ist deshalb wichtig, das Thema Desinformation im digitalen Raum nachhaltig in den Schulunterricht zu integrieren. Hier setzt das Projekt weitklick mit seinem Blended Learning Angebot an und bietet Lehrkräften die Möglichkeit, sich zu dem Themenkomplex multimodal fortzubilden. Erfahren Sie im Rahmen von 4hoch3 mehr zu den weitklick-Angeboten.

Anmeldung

Bitte melden Sie sich per E-Mail an medienkompetenz@mabb.de für die Teilnahme (vor Ort oder digital) an. Bei einer Teilnahme vor Ort kann die Medienanstalt Berlin-Brandenburg auf Antrag Fahrtkosten gemäß Bundesreisekostengesetz (BRKG) übernehmen.

Zurückliegende Veranstaltungen

Algorithmen

Algorithmen: Vom Suchen und Gefunden werden
15. Juni 2022 | 14.30-17.00 Uhr | Medieninnovationszentrum Babelsberg (MIZ), (Stahnsdorfer Str. 107, 14482 Potsdam) sowie digital via Zoom
Moderation: Dr. Kathrin Rothemund (mabb) & Karina Behling (MBJS)

Ob TikToks „Für Dich“-Seite, YouTubes „Nächster Titel“ oder personalisierte Werbung auf Webseiten – Algorithmen schlagen vor und scheinen uns manchmal besser zu kennen als uns lieb ist. Es ist die Rede von Filterblasen und Echokammern. Zugleich können Algorithmen Informationen sortieren und sichtbar machen, sie machen Nutzer:innen Angebote, durch die komplexe digitale Welt zu navigieren. 4hoch3 nimmt sich den „Algorithmus“ als Ausgangspunkt, um gemeinsam auf Ansätze und Projekte zu schauen, die in die Medienbildung hineinwirken – und damit auch etwas hinter den algorithmischen Vorhang zu blicken. Im gemeinsamen Dialog wollen wir den Austausch zwischen Brandenburger Medienbildungsakteur:innen befördern und Netzwerke stärken. Dazu gibt es dieses Mal sogar vier kurze Impulse:

Eine Einführung in den Begriff des Algorithmus
(Dr. Sebastian Möring, DIGAREC – Zentrum für Computerspielforschung der Universität Potsdam)

Geht es dieser Tage um Themen wie Künstliche Intelligenz, soziale Medien, das Internet der Dinge, das Metaversum oder Computerspiele, wird meist ein weiterer Begriff in diesem Zusammenhang aufgerufen: der Algorithmus. Wie ein hintergründiger Strippenzieher steckt dieser Begriff in all diesen Phänomenen und man bekommt leicht den Eindruck, alle wissen ungefähr, was damit gemeint ist. Im Rückgriff auf die Medien- und Kulturwissenschaften sowie die Computerspielforschung gibt Dr. Sebastian Möring (DIGAREC - Zentrum für Computerspielforschung der Universität Potsdam) in seiner Einführung in den Begriff des „Algorithmus“ Antworten auf drei interessante Fragen: Was ist ein Algorithmus? Wie und wo diskriminieren Algorithmen? Machen Algorithmen Computer intelligent?

Jugendmedienschutz und KI
(Francesca Sotter & Medienanstalt Berlin-Brandenburg)

Seit Anfang April verwenden die Medienanstalten Künstliche Intelligenz (KI) in der Regulierung, um neben Beschwerden aus der Bevölkerung und den Hinweisen von jugendschutz.net auch automatisiert nach potenziellen Rechtsverstößen im Internet zu suchen. Durch die automatisierte Kontrolle von Social-Media-Plattformen werden potenzielle Rechtsverletzungen im Bereich des Jugendmedienschutzes durch die KI identifiziert und zur Prüfung durch die Mitarbeiter:innen der Medienanstalten vorbereitet und entsprechend weiterbearbeitet. Die Einführung der KI bedeutet einen großen Schritt im Jugendmedienschutz, der jedoch weiterhin nur durch das menschliche Zutun erfolgreich ist

#jwd
(Cornelia Brückner & Henry Freye & Christian Richter, Landesinstitut für Schule und Medien Berlin-Brandenburg)

#jwd ist eine neue digitale Themen- und Formatplattform, die zum kommenden Schuljahr ein Teilangebot des Bildungsservers Berlin Brandenburg sein wird. Umgesetzt wird diese neue Plattform vom Landesinstitut für Schule und Medien (LISUM) als digitale Alternative zu tradierten Fachtagungen. So wird ein Fokusthema über zwei Jahre hinweg auf der Plattform durch Video-Lectures, Audio- und Blogbeiträge sowie durch einen regelmäßigen Podcast begleitet. Das Kürzel  #jwd versammelt dazu augenzwinkernd Schlagwörter wie "Digitalisierung", "Weiterbildung", "Wissen", "Jugend" etc. und steht natürlich auch für „Janz Weit Draußen“ - also Berliner Jargon für das Brandenburger Land - einen Begriff, den die Plattform ironisch wendet, um zu zeigen, dass auch in Brandenburg viel Innovatives und Spannendes passiert.

Media-Check
(Torben Luckow & Florian Klaus, Media-Check gGmbH)

Media-Check ist die erste Suchmaschine für Medienkompetenz und bietet für Schulen eine Unterstützung im Unterricht. Die Macher:innen geben einen Einblick in den Umsetzungsprozess.

Verschwörung

Verschwört Euch?!
Zum kritischen Umgang mit Verschwörungserzählungen und Desinformation in der Medienbildung
9. März 2022 | 15.00-17.00 Uhr | digital via Zoom
Moderation: Dr. Kathrin Rothemund (mabb) & Karina Behling (MBJS)

Medienkompetenzvermittlung bedeutet nicht zuletzt auch eine kritische Auseinandersetzung mit Verschwörungserzählungen und Desinformationsstrategien. Die Corona-Pandemie hat uns allen noch einmal in besonderem Maße vor Augen geführt, wie mediale Gegenöffentlichkeiten mit ganz eigenen Welterklärungsmustern viele Menschen erreichen und vereinnahmen. Ein mündiger Umgang mit digitalen Medien kann Menschen aller Altersgruppen dabei unterstützen, mit verschwörerischen Inhalten kritisch umzugehen und Strategien der Desinformation zu durchschauen und zu begegnen. 4hoch3 nimmt sich die „Verschwörung“ als Ausgangspunkt, um gemeinsam auf Ansätze und Projekte zu blicken, um den Austausch zwischen Brandenburger Medienbildungsakteur:innen zu befördern und Netzwerke zu stärken. Dazu gibt es drei kurze Impulse:

Verschwörungstheorien und Medien
(Dr. Simon Strick, Brandenburgisches Zentrum für Medienwissenschaften ZeM)

Als Eröffnung des Diskussionsraums wird Dr. Simon Strick (Brandenburgisches Zentrum für Medienwissenschaften ZeM) ein wissenschaftliches Schlaglicht auf das Wechselverhältnis von Verschwörungstheorien und Medien werfen: Verschwörungstheorien werden oft dahingehend beschrieben, dass sie illegitimen Ideologien Vorschub leisten und Menschen in einen Strudel der Falschinformation hineinziehen. Der Input wird aus medienwissenschaftlicher Sicht eine andere Logik beschreiben: Verschwörungstheorien nutzen verstärkt die Partizipations- und Spielstrukturen, die den sozialen Medien inhärent eingeschrieben sind.

"TruthTellers…trust me, if you can?!? Ein skeptisches Projekt über die Kraft des Erzählens
(Raphaela Müller & Dr. Guido Bröckling, JFF – Institut für Medienpädagogik)

Besonders in sozialen Medien werden wir immer wieder mit Meldungen konfrontiert, von denen wir nicht wissen, ob sie wahr oder falsch sind. Manche haben einen wahren Kern, werden aber in einen falschen Zusammenhang gestellt. Andere sind abstruse Verschwörungserzählungen oder Falschinformationen, die eine politische Absicht verfolgen. Woher wissen wir eigentlich, was die Wahrheit ist? Wie erkennen wir Verschwörungserzählungen? Was ist „Emotional Engineering“? Und wie kann man es in Geschichten gezielt einsetzen, um Menschen zu manipulieren?
Wie man diese Fragestellungen in der pädagogischen Arbeit zum Thema machen kann, erfahren Sie in einem praxisorientierten Impuls zum Modelprojekt TruthTellers.

Praxisforum Medienbildung - Desinformation
(Björn Schreiber, Landesfachverband Medienbildung Brandenburg e.V.)

Nahezu kein Tag vergeht, an dem nicht über Fake News oder Desinformation berichtet wird. Gerade die Corona-Pandemie scheint die Öffentlichkeit für deren negativen Einfluss sensibilisiert zu haben. Doch wovon reden wir eigentlich? Ein Versehen? Stimmungsmache? Täuschung? Lüge? Handelt es sich um Falschinformation, Fake News oder Desinformation? Worin liegt der Unterschied? Was umfassen diese Begriffe und was nicht?
Desinformation kann viele Erscheinungsformen haben, mit verschiedenen dahinter liegenden Motiven und Akteur:innen und wandelt sich überdies auch mit neuen (digitalen) Möglichkeiten der Verbreitung. Auch deshalb fallen das Erkennen und der Umgang oftmals sehr schwer. Jugendliche müssen dabei unterstützt und begleitet werden. Der Kurs Praxisforum Medienbildung – Desinformation, der in diesem Rahmen vorgestellt wird, bietet eine Einführung in die Thematik und zeigt anhand von Fallbeispielen lebensweltorientierte Methoden und Thematisierungsmöglichkeiten für unterschiedliche pädagogische Settings auf.

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