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Medienvielfaltsicherung, Medienregulierung, Medieninnovationen

Jetzt online abrufbar: Medien- und netzpolitische Programmpunkte der mabb im Rahmen der #MCBRemote

  • mabb-Panels zu Lokaljournalismus und Desinformation auf der #MCBRemote
  • Teams der MIZ-Innovationsförderung stellen Ideen für die Medienwelt der Zukunft vor
  • Medienpartner ALEX Berlin: Alle #MCBRemote-Sessions ab sofort in der ALEX-Mediathek

Berlin, 18. Mai 2020. Wie können lokale Medien auch nachhaltig gefördert werden? Wie kann Medienkompetenz der Verbreitung von Desinformation entgegenwirken? Und wie können KI-basierte Anwendungen Journalistinnen und Journalisten bei ihren Recherchen helfen? Diese und weitere Fragen standen im Fokus des Programms der Medienanstalt Berlin-Brandenburg (mabb) im Rahmen der #MCBRemote, der erstmals ausschließlich digital veranstalteten Ausgabe der MEDIA CONVENTION Berlin (MCB) des Medienboard Berlin-Brandenburg in Kooperation mit der mabb und der re:publica. Ab sofort sind sämtliche Beiträge der #MCBRemote online abrufbar.

Aktuelle Trends und Themen der Medienwelt wurden in 18 Programmpunkten auf der #MCBRemote diskutiert. Die mabb und ihre Einrichtungen ALEX Berlin und das Medieninnovationszentrum Babelsberg (MIZ) haben dabei die medien- und netzpolitischen Programmpunkte sowie fünf Innovationsprojekte präsentiert. ALEX Berlin hat das Programm als Medienpartner der #MCBRemote im TV und Onlinestream übertragen. „Gemeinsam mit MIZ und ALEX waren wir auch in diesem Jahr wieder Partner der MCB und konnten einen Einblick in unsere aktuellen Arbeitsschwerpunkte geben“, so mabb-Direktorin Dr. Anja Zimmer. „Und auch wenn die MCB diesmal nicht im gewohnten Rahmen stattfinden konnte, haben wir mit der #MCBRemote eine Möglichkeit gefunden, mit Vertreterinnen und Vertretern aus Medienpolitik und Medienwirtschaft sowie Wissenschaft und Zivilgesellschaft im Gespräch zu bleiben. Die Diskussionen haben erneut deutlich gemacht, wie wichtig Medienvielfalt für eine demokratische Gesellschaft ist. Um diese Vielfalt zu erhalten, braucht es einerseits zeitgemäße Medienregulierung und gezielte Förderung vielfältiger Inhalte, auch im Lokalen. Andererseits ist auch ein kompetenter und selbstbestimmter Umgang mit Medien nötig."

Die #MCBRemote-Programmpunkte der mabb und des MIZ Babelsberg:

Keynote von Dr. Leyla Dogruel „Öffentliche Förderung von Lokaljournalismus
Diskussion „From zero to hero? Lokaljournalistische Vielfalt im Umbruch?

Keynote von Dr. Ben Scott „A democratic critique of the technology industry
Diskussion „Fyd – for your disinformation. Falschnachrichten und deren Verbreitung

Projektpräsentationen „MIZ-Pitch-Session"

Weitere Informationen zu den Programmpunkten:

Panel 1: Lokale Medien gezielt fördern — Medienvielfalt in Berlin und Brandenburg stärken
Lokale Medien sind essentieller Bestandteil der Medienvielfalt in Berlin und Brandenburg. Aber wie kann auch in Zukunft sichergestellt werden, dass lokale Inhalte die Bevölkerung vor Ort erreichen? Wie kann Lokaljournalismus gezielt und nachhaltig gefördert werden — auch in Nicht-Krisenzeiten? Über diese und weitere Fragen haben Juliane Adam (Geschäftsführerin, Radio Potsdam), Ingo Senftleben (Sprecher für Landwirtschaft, Umwelt, Klimaschutz und Medien, CDU Brandenburg, Prof. Sebastian Turner (Herausgeber und Gesellschafter, Der Tagesspiegel) und Dr. Kristian Kunow (Stellvertretender Direktor, Leitung Förderung & Projekte, Beteiligungen, mabb) mit Moderatorin Vera Linß (Deutschlandfunk) im Panel „From zero to hero? Lokaljournalistische Vielfalt im Umbruch?" diskutiert. Medienwissenschaftlerin Dr. Leyla Dogruel (Institut für Publizistik, Johannes Gutenberg-Universität Mainz) stellte in ihrer einleitenden Keynote konkrete Förderansätze vor.

Dass lokale Medien in der Region eine wichtige Rolle einnehmen, darüber waren sich die Panelisten einig. Dabei gehe es neben dem Erhalt der Medienvielfalt in Berlin und Brandenburg auch um die Stärkung der Demokratie, betonte Ingo Senftleben: „Es geht darum, dass Menschen informiert sind. Wir reden über Demokratie und die Bedeutung der Unabhängigkeit der Medien. Nur ein Bürger, der gut informiert ist, kann auch gut mitreden.“ Das gelte auch in Nicht-Krisenzeiten, bestätigte Juliane Adam. Trotzdem ist die Aufmerksamkeit aufgrund der aktuellen Situation verstärkt auf lokale Medien gerichtet: „Der lokale Journalismus wird jetzt stark wahrgenommen. Wir haben eine besondere Situation und die Menschen wollen sich durch Corona noch mal sehr lokal informieren." Wichtig sei es, dass Fördermaßnahmen nicht nur eine temporäre Lösung bieten, sondern Qualitätsjournalismus langfristig unterstützt werde. Denn die Nachfrage sei groß, so Prof. Sebastian Turner: „Wir haben die Krise wie alle anderen nicht kommen sehen, aber was man kommen sehen kann und was schon seit vielen Jahren zu sehen ist: Das Interesse an lokalen Inhalten ist hoch.“ Diesem Interesse stünden jedoch wegbrechende Werbeeinnahmen und rückläufige Auflagenzahlen gegenüber. Das wirke sich auch auf die Qualität aus, meint Dr. Kristian Kunow: „Qualität ist auch immer abhängig von den Einnahmen, die reinkommen, von der Reichweite, die erzielt wird und sich monetarisieren lässt. Natürlich haben schwieriger werdende lokale Werbemärkte Auswirkungen auf die Qualität.“ Bei der Förderung lokaler Medienanbieter setze die mabb auf den neuen Medienstaatsvertrag und die damit verbundenen Möglichkeiten, Lokaljournalismus zu stärken, so Kunow.

Zur Keynote von Dr. Leyla Dogruel

Zur Aufzeichnung der Session

Panel 2: Regulierung und Medienkompetenz gegen Desinformation im Netz
Desinformation und Falschnachrichten haben sich im digitalen Raum zu einer großen Herausforderung entwickelt. Wie können Nutzerinnen und Nutzer auf der einen und Regulierungsbehörden auf der anderen Seite diesem Problem begegnen? Welche Bedeutung hat die Verbreitung von Desinformation in Krisenzeiten? Und wie viel Verantwortung tragen die Plattformen? Darüber haben Sabine Frank (Senior Policy Counsel, Google Germany), Juliane von Reppert-Bismarck (Gründerin und Leiterin, Lie Detectors) und Dr. Tobias Schmid (Direktor, Landesanstalt für Medien NRW) mit Miriam Schröder (Leiterin Background Digitalisierung & KI, Der Tagesspiegel) im Programmpunkt „Fyd – for your disinformation. Falschnachrichten und deren Verbreitung" diskutiert.

Dr. Ben Scott (Executive Director, Reset) fand in seiner einleitenden Keynote klare Worte: Desinformation und Falschnachrichten schwächten die Demokratie. Dennoch würden Plattformen wie Google und Facebook zu wenig tun, um deren Verbreitung effektiv entgegenzuwirken. „Wir benötigen umfassende Regulierung für Inhalte im Netz, die, wie z. B. politische Onlinewerbung, direkte Auswirkungen auf den demokratischen Diskurs haben", so Scott. Dieser Einschätzung stimmte auch Dr. Tobias Schmid in der anschließenden Diskussion zu. „Wir müssen den aktuellen Selbstregulierungsmechanismus weiterentwickeln, um eine Verbindlichkeit zu erzeugen." Gleichzeitig bedürfe es einer guten Balance zwischen dem Schutz einer demokratischen Gesellschaft und dem Recht auf freie Meinungsäußerung. „Meinungen müssen eindeutig als Meinungen erkennbar sein und dürfen nicht als journalistische Recherche daherkommen", so Schmid. Hier spiele, so Sabine Frank, die Förderung von Qualitätsjournalismus eine zentrale Rolle, um die Verbreitung von Falschnachrichten einzudämmen. Juliane von Reppert-Bismarck betonte die Bedeutung von Medienkompetenz beim Umgang mit irreführenden Inhalten. Es mangele an Bewusstsein für kursierende Falschinformationen: „Wir müssen die digitale Medienkompetenz von Jung und Alt stärken und so sichergehen, dass sich wirklich jeder sicher informieren kann."

Die mabb bietet rund um das Thema Medienkompetenz verschiedene Materialien und Projekte an, um einen kompetenten und selbstbestimmten Umgang mit Medien und Medieninhalten zu ermöglichen. Weitere Informationen sind auf unserer Webseite verfügbar.

Zur Keynote von Dr. Ben Scott

Zur Aufzeichnung der Session

Panel 3: Innovationen für die Medienwelt der Zukunft
Wie sieht die Medienwelt der Zukunft aus? Die Projektteams von artificial connectRiff LiveVaria NewsFollow The Grant und Smart Home Forensic Kit der Innovationsförderung des MIZ Babelsberg haben in der „MIZ-Pitch-Session" ihre Antworten auf diese Frage präsentiert. Mit der Innovationsförderung unterstützt das MIZ Babelsberg Studierende, Start-ups sowie Medienmacherinnen und Medienmacher bei der Entwicklung und Umsetzung von innovativen Medienprojekten und bietet eine Plattform für die Entwicklung und Realisierung von zukunftsfähigen Prototypen. Die vorgestellten Tools aus den Bereichen Künstliche Intelligenz, Daten- und Live-Journalismus sollen u. a. Recherche- und Textarbeiten für Journalistinnen und Journalisten erleichtern und Verlagen und Medienhäusern Lösungen für die Verarbeitung und Distribution von Inhalten bieten.

Zur Aufzeichnung der Session

Alle Sessions der #MCBRemote jetzt in der ALEX-Mediathek abrufbar

ALEX Berlin hat die #MCBRemote als Medienpartner begleitet und das komplette Programm live im TV und Onlinestream übertragen. Alle Beiträge sind im YouTube-Channel von ALEX Berlin verfügbar: www.youtube.com/ALEXberlinTV

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